1. Oberauer Laubhaufenfest

Der Sommer neigte sich dem Ende und der goldene Herbst zeigte sich von seiner besten Seite.
Grund genug, etwas Neues auszuprobieren.
Die Zeit vom Ackerpulling bis zur Schlossweihnacht ist so unendlich lang, ohne Feiern und gemeinsame Unternehmungen.
Als Mitglieder der Theatergruppe des Dorfvereins „ Obere Aue e.V.“ haben wir uns Gedanken gemacht, was wir gestalten können, etwas eigenständiges und keine Konkurrenz zum Dorffest.
Ein Laubhaufenfest wurde geboren, ideal zu dieser Jahreszeit.
Frank unser Moderator sollte die Organisation übernehmen und wir werden ihn bei der Durchführung unterstützen….

Eigentlich hatten wir nicht viel Zeit, denn nach dem Ackerpulling musste es nun Schlag auf Schlag gehen.
Ideen werden geboren, Programmnummern wurden ausgesucht und auf eventuelle Akteure zugeschnitten, ein „Kuhabtrieb“ sollte durch das Dorf geführt werden und natürlich durfte die kulinarische Seite auch nicht vergessen werden.

Alles bissel viel, war die Meinung von einigen. Erschwerend kam noch hinzu, dass wir den Wettergott auf unsere Seite ziehen mussten und andererseits waren Schulferien und damit fehlten sowohl Akteure, Helfer und auch Gäste.

Frank rührte die Werbetrommel und sprach mit vielen Freunden, Mitgliedern aus anderen Vereinen und so ergab es sich, dass doch eine ansprechende Gruppe von Gemeindemitgliedern und sogar Freunde von außerhalb der Gemeinde unser Unternehmen unterstützte.
Der Tag unseres Laubhaufenfestes rückte näher und die Spannung, ob denn alles funktionieren wird, wuchs stetig.

Unser Bauhof mähte nochmal die Wiese, Sven Axmann mit seinem Sohn Marcel und Thomas Stiebel bauten schon am Donnerstag die ersten Zelte auf und holten den Kühlanhänger vom Getränkemarkt Torsten Weiss, so dass am Freitag ganz entspannt der Rest aufgebaut werden konnte.
Mario Thieme aus Okrilla lieferte pünktlich das Bier. Haxen, Rostbratwürste, Krakauer, Schaschlik und Hähnchen lagen bereit, ihre Abnehmer zu finden.
Freitagabend fand sich schon eine kleine Runde zusammen, um gemeinsam das erste Bier zu zapfen und nochmal für den Sonnabend den Ablauf zu besprechen.

Sonnabendfrüh, das Wetter scheint Bombe zu werden und die ersten Traktoren rollten ins Schlossareal. Unsere Kuh wurde auf dem Hänger von Henry gut gesichert und geschmückt, das Marschband formierte sich und da ! die erste Panne, die Bierkuh von den Fallis wurde zu schnell angezogen und das
Abschleppseil ist gerissen. Aber kein Problem, wir haben doch Fachkräfte und die Panne war behoben. Als Gag standen auf einmal verkleidete Kühe an den Traktoren und sorgen für zusätzlichen Spaß und lachende Gesichter.

Und dann ging es los, das Führungsfahrzeug der Weinböhlaer Feuerwehr sorgte für freie Straßen und der Zug bewegte sich Richtung Dorfausgang bis zum Kirschberg. Dort schien ein heimlicher Treffpunkt zu sein, wir waren erstaunt, dass uns doch so einige erwarteten.
Super war noch, dass Frank aus einem Strohballen für die Männer ein Fass Einsiedler und für die Frauen Sekt zauberte.
Einfach toll, was für einen Spaß alle hatten.
Nun mussten wir aber los legen, denn im Schloss wartete schon der nächste Höhepunkt. Sabine Sang hatte einen Frauen – Fashion – Flohmarkt organisiert und die Mädels wollten natürlich alle dort hin, um einzukaufen.
Strahlende Gesichter, als unser bunter Zug angeführt von den schwarz – weißen Kühen ins Schloss einbog.

Von da an lief alles wie am Schnürchen, der Grill war immer gut bestückt, Henry Titex und Tobias Reichelt legten gut auf und Schicke sorgte für gut gefüllte Mass mit schöner Blume, die natürlich einen super Preis hatte, keine 12,50 Euro wie in München, keine 9,99 Euro wie in Chemnitz, sondern ganze 5,00 Euro und unser Bäckerbursche legte im Holzofen von der Bäckerei Tobollik das erste Brot auf, leckere Haxen und zarte Hähnchen. Alle waren begeistert von einem Kanten frischen Bäckerbrot.
Aber auch die Torten und Kuchen von unseren Dorfmädels und der Ursel vom Waldbad fanden rasend ihre Abnehmer und unser Dreigestirn von der Kaffeetafel versorgen alle Kaffeedurstigen und Kuchenhungrigen mit Nachschub.

Mittlerweile lief auch der Frauen – Fashion – Flohmarkt auf vollen Touren und alle Frauen schienen glücklich zu sein. Die einen hatten wieder Platz im Schrank und die anderen stopften entstandene Löcher wieder zu. So sollte es aber auch sein.

Dann kam so langsam der Abend und die nächsten Helfer Fam. Brettschneider Jun. kam komplett um die bisherige Crew ab zu lösen und der Theatergruppe die Möglichkeit zu geben in Aktion zu treten. Den Reigen eröffneten die Kleinen mit Ihrem Hit, „Ich bin ein Dorfkind“, Lea tanzte zu Kylie Minogue, Henry spielte das Stück Holzi, Frank war als DJ Ötzi unterwegs und Pia mit Tobias spielten eine Szene aus dem Alltag mancher Ehepaare.

Zwischen durch durften sich Mädels beim Einschenken von einem Weißbierglas nach Schnelligkeit auf Preise freuen und auch die Jungs bekamen beim Biermaßstemmen etwas ab.
Gegen Mitternacht wurde es langsam Zeit zur Ruhe zu schreiten, denn morgens sollte gegen 11:00 Uhr Frühschoppen sein und wir erwarteten einige Spaziergänger und Fahrradfahrer…
Strahlend blauer Himmel zum Ausklang unseres Laubhaufenfestes, die Akteure geben nochmal alles.
Sogar die aus Dresden angereisten Freunde teilten den späten Mittag und die Kaffeezeit mit uns.

Unsere Crew begann schon, die ersten Zelte und die Beleuchtung abzubauen und trotzdem kamen immer wieder Besucher vorbei, die es sich nicht nehmen lassen haben, vom leckeren Kuchen zu naschen.
Natürlich könnte ich den Artikel ellenlang so weiterschreiben, es war einfach ein schönes Fest, ein schönes Wochenende und passt zu unserer Dorfgemeinschaft.

Lasst mir allen erwähnten und unerwähnten Helfern und Akteuren nochmal Dank sagen und wünschen wir uns, dass es 2020 ein 2. Oberauer Laubhaufenfest gibt.

Euer Tobias Reichelt