Meine Meinung zum… …90 Jahre Waldbad Oberau

Seit nunmehr 90 Jahren können sich die Oberauer und ihre Gäste in der ehemaligen Pferdeschwemme am Rande des Friedewaldes erholen.
Der Oberauer Gemeinderat stellte Regeln für die Nutzungen auf und fasste schon im Jahre 1929 den Beschluss, dass es Rittergutspächter Löser erlaubt war, Frischmilch und Milchprodukte im Freibad zu verkaufen.

Aus dem Jahre 1936 ist überliefert, dass nach dem Zusammenschluss von Oberau und Gohlis nun auch die Gohliser Kinder das Bad kostenlos nutzen können.
Schade, dass wir diesen Vorteil nicht Kindern unserer Gemeinde einräumen können, der gesetzliche Gleichbehandlungsgrundsatz verbietet dies.

In den 1960er Jahren beschloss der Meißner Kreistag, das Waldbad Oberau für alle Bürger des Landkreises zu gestalten.
Viele große und kleine Betriebe unterstützten die Gemeinde Niederau bei der Erweiterung der Badanlage und die ersten Bungalow- und Campingplätze entstanden.

Aus meiner Kindheit kenne ich den Objektleiter Paul Wittig, er war streng, aber sehr umsichtig, was die Sauberkeit und Sicherheit im Bad anbetraf.
Peter Winkler führte über 25 Jahre das Erbe von Paul Wittig ebenso erfolgreich fort, erhielt und verbesserte die Erholungsbedingungen unseres Freibades.

Seit einigen Jahren leitet Alexander Rajek unser Erholungsobjekt und auch er schafft es, mit manchmal begrenzten Mitteln unser Waldbad mit Campingplatz zu einem touristischen Highlight im Landkreis zu erhalten.

Das Personal in unserer schönen Anlage hat zu allen Zeiten mit Engagement und Fleiß das geschaffen und erhalten, was wir jetzt vorfinden, dafür gebührt ihnen größter Dank.

Ein Freibad arbeitet leider nie kostendeckend, da nie alle anfallenden Kosten auf die Tagesgäste und die Bungalow- und Campingplatzbesitzer umzulegen sind.
Trotz dieses Wissens betreibt unsere Gemeinde (seit 1928 Oberau, seit 1950 Niederau) dieses Kleinod weiter und kalkulierte die Defizite, welche überwiegend durch Reparatur und Werterhaltung begründet sind, in ihre
Haushaltsplanungen ein. Dies halte ich für Weitsicht.

Wir wären um ein Vielfaches „ärmer“, wenn wir uns dieser „freiwilligen Aufgabe“ nicht mehr stellen würden.

Erholungssuchende aus Nah und Fern, Schulklassen, Hort- und Sportgruppen bis hin zu Familienausflüglern oder Familienfeiern würden die herrliche Anlage vermissen.
Der ländliche Raum und somit auch unsere Orte werden zukünftig stärker vom Tourismus im Dresdner-Meißner-Raum profitieren.

Als Bürgermeister möchte ich unsere schöne Heimat dafür touristisch fit erhalten und möglichst noch diesen oder jenen Höhepunkt schaffen.
Nordic-Walking-Routen, Minigolf im Waldbad, der Gellertberg, Handarbeitshaus Gröbern, Buschmühle Oberau oder das Wasserschloss sind über unseren Ort hinaus schon bekannte Ziele, wenn man Niederau touristisch
erschließen will.

Herzlichen Dank an alle, die dazu ihren Beitrag leisten.

Ihr Bürgermeister
Niederau, 08.05.2018