Meine Meinung zur… …Umgestaltung des Buswendeplatzes Jessen

Nun also doch keine Umsetzung in 2018. Dabei war ich im April dieses Jahres noch so optimistisch und verkündete im Gespräch mit unseren Jessener Bürgern: Jetzt geht’s bald los!

Die Idee den Buswendeplatz in Jessen etwas schicker zu gestalten, die Busse an den kleinen aber feinen und historisch wichtigen Grabstellen bzw. dem Ehrenstein der Gefallenen weiträumiger vorbeizuführen, war
schon vor mehreren Jahren geboren.
Natürlich baut man heutzutage eine Bushaltestelle nach dem Stand der Technik. Wenn Fördermittel im Spiel sind, wird da noch stärker darauf geachtet.
Dieser Stand der Technik erfordert ein sogenanntes Buskap, also eine Erhöhung der Bordsteinkante am Einstiegsort für ein leichtes Einsteigen, vor allem für unsere älteren Mitmenschen.

Für ein solches Buskap reichte aber der Platz nicht aus und die Gemeinde Niederau erwarb die benötigte Fläche. Vielen Dank an die Verkäufer, welche die Umgestaltung des Platzes nach unseren Vorstellungen und
den Vorstellungen der kleinen Arbeitsgruppe mit Jessener Bürgern erst ermöglichten.

Als die Planungen abgeschlossen waren, wurde das Projekt im Herbst 2016 im Dresdner Heidebogen eingebracht und eine Förderung beantragt. Im Januar 2017 erhielt dieses Projekt ein sogenanntes positives Votum und mit einigen Nachforderungen beantragte die Gemeinde Niederau im April 2017 nun die Bestätigung durch das zuständige Landratsamt.

Im Herbst 2017 wurde der Gemeinde mitgeteilt, dass es nötig wäre, die archäologischen und  denkmalpflegerischen Aspekte noch abzuklären, einige Behörden besuchten das beschauliche Jessen und die Zeit – sie lief und lief und lief.

Mittlerweile übertrug der Gemeinderat die Eigenmittel ins Jahr 2018, weil es abzusehen war, dass 2017 nichts mehr wird. Einige Überzeugungsarbeit war notwendig, um Jessen zu erklären, dass das geplante Geld nicht
weggeht, sondern dieses im kommenden Jahr wieder eingestellt wird und die Umgestaltung Buswendeplatz ganz oben in der Priorität steht.

Es wurde April 2018 und mit großer Freude erhielten wir den Fördermittelbescheid vom Landratsamt, wir machten uns sofort ans Werk. Erst Ausschreibung der Maßnahme und dann das Warten auf die Angebote der
Firmen.

Leider ging nur ein Angebot ein und dieses kann ich persönlich weder als angemessen noch als seriös bezeichnen. Die vom Ingenieurbüro kalkulierten rund 75.000 € wurden mit rund 125.000 € weit überschritten.
Dass es vielen Auftraggebern gegenwärtig so geht, zeigt uns, dass es den Handwerkern momentan eine gute Auftragslage beschert, was uns natürlich auch freut.

Erschwerend kommt die komplizierte Auftragsvergabe im öffentlichen Sektor hinzu. Wer den Kommunen im Frühsommer grünes Licht für die Fördermittel gibt, Ende Januar des Folgejahres aber schon die Abrechnung
verlangt, bringt die Kommunen in solche missliche Lagen, in welcher wir jetzt sind.

Als Verwaltung haben wir umgehend eine Verlängerung der Fördermittelabrechnung beim Landratsamt beantragt, welche man uns mündlich bereits zugesagt hat und wir mussten die Ausschreibung durch den Gemeinderat aufheben lassen.

Ende 2018 werden wir die Ausschreibung wiederholen und parallel die Maßnahme im 2019er Haushalt, mit einem „Baukostenzuschlag“ versehen, einstellen.

Liebe Jessener, nicht den Mut verlieren, wir bleiben dran …

Ihr Bürgermeister
Niederau, 08.05.2018